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AZ-Ortsgruppe Vogelliebhaber Pforzheim 1965
Erfahrungen  mit meinen „ Spitzschwänzen“  Spitzschwanzamadinen (Poephila acuticauda) Aus einer Laune heraus erwarb ich im Herbst 2012 ein Paar Spitzschwänze . Diese setzte ich in einer Voliere mit einigen Gouldamadinen zusammen. Sie vertrugen sich von Anfang an recht gut und es gab keinerlei Streitigkeiten. Nach einigen Wochen bemerkte ich ein ungewöhnliches Verhalten der Neuankömmlinge. Bald stellte sich heraus dass sie einen nicht benutzten Kasten aufsuchten.  Bei der Kontrolle desselben stellte ich ein Gelege mit 11 Eiern fest. Das war also mein Paar Spitzschwänze. Ich nahm den Kasten nach einigen Tagen weg, was  sie mir nicht verübelten. Sie flogen weiterhin „vergnügt” in der Voliere umher. Nun was sollte ich tun? Ich fragte einen befr. Züchter und oh Wunder, dieser hatte einen Hahn überzählig. Den holte ich noch am selben Tage ab. Zu Hause, was tun? Die beiden „ Damen“  trennen? Dies brachte ich nicht übers Herz. Also den Neuen einfach dazu.  Dieser war kaum in der Voliere, kein Futter, kein Wasser, nein wichtiger waren die beiden „Mädchen“. Es wurde gekrault, genickt und geschnäbelt. Also war meine Entscheidung richtig. Es verging Frühling und fast der Sommer. Gegen Anfang September hörte ich eines Morgens beim fütter laute Betellaute. Sie kamen von einer künstlichen Efeuhecke am linken Teil der Voliere.  Das Nest konnte ich nicht genau ausmachen sondern die Lage nur vermuten. Nur wurde das „Geschrei“ der (vermutlich)  Jungen jeden Tag lauter.  Nach einigen Tagen waren plötzlich 4  „Spitze” mehr in der Voliere. Aber zu meiner Verwunderung hörte das Gezeter aus der Hecke nicht auf.  Zu meiner großen Überraschung ca. 6 Tage später waren 5 weitere „Spitze“ in der Voliere. Die Jungvögel wurden hervorragend gefüttert. Der Hahn machte bei der Fütterung keine Unterschied ob jünger oder älter, er füttert alle Jungen. Die beiden Weibchen allerdings  nur diejenigen aus dem eigenen Nest. Was aber bereits beim Ausflug der ersten Brut begann, möchte ich noch kurz schildern. Im Abstand von ca. 2 Meter baute der Hahn auf einem  Untergrund in einer Astgabel ein Kugelnest, innerhalb eines Tages, allerdings für meine Augen etwas schlampig. Als dann aber plötzlich die Jungen und dann auch die der zweiten Brut, dieses Nest auch teilweiser tagsüber, während der Ruhephasen benutzten, war mir klar dieses Nest gehörte den Jungvögeln. Es hielt sich auch nie ein Alt vogel darin auf.  Noch größer wurde mein Erstaunen als der Hahn, nach dem Selbständig werden der Jungen, ca. 3 Wochen später wieder das Nest vollständig abbaute. Das Nistmaterial benutzte er für weitere Nestbauten, wieder in der Efeuhecke. Insgesamt wiederholte sich dieses Schauspiel Aufbau wieder Abbau fünf mal, sodass von Zufall nicht mehr die Rede sein kann. Diese drei Vögel brachten insgesamt 25 Jungvögel auf die Stange, plus einen der leider beim Ausfug die Wasserstelle erwischte und  ertrank. Die letzten Jungvögel flogen im Januar  2014 aus. Die Altvögel  genießen jetzt ihre verdiente Ruhephase. Als Anmerkung möchte ich noch erwähnen, dass die Drei nicht ein einziges mal einen Nistkasten benutzten und somit den „Goulds“  auch nichts wegnahmen, obwohl immer zwei Kästen leer zur Verfügung waren. Leider liest man immer wieder, dass der Rückgang von den „Goulds“ in Australien auch damit zusammen hinge dass die „frechen Spitzschwänze“  denen die Nisthöhlen wegnähmen.  Dies kann ich mit meinen Erfahrungen nicht bestätigen. Allerdings möchte ich anmerken, dass meine Feststellungen in einer Voliere in der Gefangenschaft gemacht wurden.  Trotzdem habe ich oft den Eindruck, dass beim  Schreiben der Bücher von vorhandenen Quellen abgeschrieben wird. Dieter E. Fauser
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